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Umschlossen von Schwanenteich, Trinktempel und historischem Kurhaus erinnert an der Straßenecke eine in hellem Grau gehaltene Stele an einen wichtigen Abschnitt mitteldeutscher Geschichte. Es ist ein Meilenstein, der nach römischem Vorbild Entfernungen zu umliegenden Orten genau angibt: nach Düben 15 Kilometer rechts; nach Moschwig 2 Kilometer links; nach Eilenburg 30 Kilometer links. Immer wieder bleiben Einheimische, aber auch Kurgäste stehen, nehmen den Distanzstein von allen Seiten in Augenschein, manche machen sogar ein Foto. Dass diese Postsäule in neuem Glanz erstrahlt, ist dabei dem Engagement des Bad Schmiedeberger Wohltätigkeitsvereins zu verdanken. In diesem Verein, der eng mit dem Eisenmoorbad in Bad Schmiedeberg verbunden ist, versuchen Bürger der Stadt gezielt Projekte umzusetzen, von denen sich die öffentliche Hand aus Sparzwängen längst zurückgezogen hat. Und so kam der Wohltätigkeitsverein auf die Idee, die völlig marode, verschmutzte und unansehnliche Postsäule an der Kurpromenade wieder bei einem Steinmetz in der Dübener Heide fachmännisch restaurieren zu lassen. Das erforderliche Geld dafür wurde durch Mitgliedsbeiträge und Spenden aufgebracht. Zahlreiche Unternehmen und Privatpersonen unterstützen dabei den Wohltätigkeitsverein.
Auf dieses Miteinander ist der 1999 gegründete Verein auch angewiesen. Denn er sieht sich seinem Namen verpflichtet, er versteht sich als wohltätige Einrichtung. So fördert er junge Sporttalente und beteiligt sich finanziell am größten Volksfest der Dübener Heide, am Margarethenfest. Außerdem werden eigene Projekte verfolgt, damit das Stadtbild von Bad Schmiedeberg weiter verschönert wird. Dazu gehört auch die Brauchtumspflege. Der Wohltätigkeitsverein ermöglichte es, dass die Grabstelle des Schmiedeberger Bürgermeisters Friedrich Moritz Hauswald auf dem Bad Schmiedeberger Friedhof hergerichtet werden konnte. Der Wohltätigkeitsverein hat die Grabstelle auf dem Friedhof wieder ausfindig gemacht, eingefasst und bepflanzt. Der Grabstein ist neu und zeigt auch ein Porträt des Mannes, der die Garnisonsstadt zur Kurstadt führte. Der verdienstvolle Bürgermeister verfügt damit wieder über eine angemessene und würdige Ruhestätte. Moritz Hauswald, am 17. Dezember 1832 in Schmiedeberg als Sohn eines Bäckers geboren, arbeitete in seiner Heimatstadt als Lehrer, bevor er 1872 Bürgermeister wurde. In seine Amtszeit fiel 1880/81 der Umbau einer Reithalle zum ersten Badehaus der Stadt.  Auf seine Initiative ist somit die Gründung des „Städtischen Eisenmoorbades“ zurückzuführen. Einheimische Moorvorkommen und die gesunde Umwelt sollten zu Kuren und Erholung Gäste in die Heide locken.
Der Wohltätigkeitsverein Bad Schmiedeberg hat sich aber auch in den vergangenen Jahren verdient gemacht. Er hat unter anderem dafür gesorgt, dass das desolate Kriegerdenkmal des Dragonerregiments am Kirchplatz restauriert werden konnte. Das lange vernachlässigte und verfallene Monument (Deutsch-Französischer Krieg 1870/71) vor dem Portal der Bad Schmiedeberger Stadtkirche wurde saniert. Das 1872 von Stadt und Kommandantur errichtete Denkmal erinnert an die gefallenen Kameraden des in Schmiedeberg stationierten Magdeburger Dragonerregiments Nr. 6. Der Bad Schmiedeberger Wohltätigkeitsverein hatte allein für diese Restaurierungsarbeiten rund 20.000 Euro aufbringen müssen. Die Steinmetzarbeiten führte eine Dessauer Firma aus und der Adler aus Zinkspritzguss wurde  teilweise aus Originalteilen in Hundisburg von einem Restaurator gefertigt. Alle Arbeiten erfolgten unter strengen denkmalpflegerischen Auflagen. 

 

 

 

 

 

 

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